Unser Miteinander - Konflikt-Kultur
Wie Sie wissen, liegen uns neben der Wissensvermittlung auch die sozialen Fähigkeiten und insbesondere die Klassengemeinschaft Ihres Kindes am Herzen. Im Rahmen des Schulpro-gramms wird daher in der zweiten Klasse ein Sozialtraining durchgeführt. Das Training umfasst zwei aufeinander folgende Vormittage mit der gesamten Klasse, der Klassenleitung und ggf. weiteren beteiligten Lehrkräften. Ziel des Trainings ist die Förderung sozialer Kom-
petenz und emotionaler Intelligenz. Erreicht wird dies u.a. durch die Arbeit an alltäglichen Konflikten zwischen den Kindern, wie sie in Schulklassen oder festen Gruppen vorkommen: beispielsweise zwischen einzel-nen Mädchen und Jungen, einzelnen Cliquen oder im Zusammenhang mit Außenseitern oder
Mobbing. Der respektvolle Umgang miteinander, die gegenseitige Wertschätzung und der Zusammenhalt werden gestärkt. Es werden konkrete Vereinbarungen getroffen, die von den Erwachsenen anschließend langfristig thematisiert und kontrolliert werden, um nachhaltige Erfolge zu sichern. Die positiven Beziehungserfahrungen wirken sich auch auf die Lernmotivation aus und führen erfahrungsgemäß zu einem verbesserten Arbeits- und Lernklima. Das Angebot ist erfolgreich wissenschaftlich evaluiert und Teil des bundesweiten Pro-
gramms Konflikt-KULTUR. Es richtet sich an Schulklassen der Primar- und Sekundarstufe oder andere feste Gruppen. Mehr Informationen finde Sie unter: www.konflikt-kultur.de.
Grundlage für eine gute Gemeinschaft und dafür, im Leben erfolgreich zu sein, sind bestimmte Tugenden: Ehrlichkeit, Mut, Ernsthaftigkeit, Selbstkontrolle, Mitgefühl, Respekt . Diese werden im Sozialtraining trainiert.
Ein besonders wichtiges Thema mit der Klasse sind dabei die Menschenrechte. Sie gelten für alle Menschen- vom Baby bis zum alten Menschen auf der ganzen Welt- und dürfen auch in der Schule nicht verletzt werden. Die Arbeit an einer guten Klassengemeinschaft und das Einhalten der Menschenrechte sind auch vorher ein wichtiger Bestandteil unser Arbeit mit den Schülerinnen und Schüler. Es zeigte sich aber während des Sozialtrainings, dass in Klassen immer wieder Menschenrechtsverletzungen vorkommen. Deshalb wird dieses
Thema intensiv bearbeitet und in eigenen Worten formuliert:
1. Ich verletze niemanden an der Seele (am Herzen)
2. Ich verletze niemanden körperlich
3. Ich achte das Eigentum anderer
Alle Kinder lernen, dass diese Menschenrechte gelten und dass Verstöße künftig Konsequenzen haben werden. Jeder muss Verantwortung für sein eigenes Handeln übernehmen. Die Kinder üben, sich bei Konflikten ohne Gewalt, aber dennoch wirksam zu wehren. Dabei gibt es unterschiedliche Wege, je nachdem um welche Situation es geht: cool bleiben, Stopp sagen und Hilfe holen. Die Kinder lernen den Unterschied zwischen Hilfe holen und petzen.
Einige Kinder werden zu Beobachtern für Menschenrechte gewählt. Sie haben die Aufgabe, das Verhalten ihrer MitschülerInnen zu beobachten und auf Nachfrage von Verstößen gegen die Menschenrechte zu berichten.
Es wäre toll, wenn Sie mit Ihrem Kind über das Sozialtraining ins Gespräch kommen und unsere Arbeit unterstützen, indem Sie es darin bestärken, die Menschenrechte einzuhalten.
Im Anschluss an das Sozialtraining wird die Arbeit von der Klassenleitung über die gesamte Schulzeit weitergeführt. Auch der Trainer wird einzelne Nachtermine leiten. Wenn es gewünscht ist, werden wir über unsere Erfahrungen mit dem Training und der Klasse im Rahmen eines Elternabends berichten, natürlich ohne über einzelne SchülerInnen zu sprechen.
Im Gegenzug nehmen wir Kontakt mit Ihnen auf, falls sich im Sozialtraining für uns Erkenntnisse ergeben, die uns für die Entwicklung Ihres Kindes bedeutsam erscheinen. Gerne beantwortet Frau Fleischhauer auch Ihre Fragen im persönlichen Gespräch oder telefonisch unter 0170- 3758294.